Ein verständlicher Ratgeber zu allen Medikamenten eines Kinderwunschzyklus — was jedes bewirkt, wann es gegeben wird und welche Marken Sie in Thailand tatsächlich erhalten.
Jede Kinderwunschpatientin — und selbst wer schon eine IVF hinter sich hat — weiß, wie überwältigend die vielen Medikamentennamen wirken können. Dieser Ratgeber stellt alle Medikamente vor, die wir einsetzen, gegliedert so, wie wir sie in der Klinik tatsächlich verwenden.
Die Behandlung gliedert sich in zwei Abschnitte: den Zyklus der Eizellentnahme (Stimulation, Blockade des Eisprungs und Auslösespritze) und den Zyklus des Embryotransfers (Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut). Die Medikamente unterscheiden sich, doch das Ziel ist dasselbe — die richtige Gebärmutterhöhle zum richtigen Zeitpunkt, die den richtigen Embryo aufnimmt.
Ziel ist es, in einem einzigen Zyklus mehr als einen Follikel heranreifen zu lassen, damit mehrere Eizellen befruchtet werden können. Stimulationsmedikamente gibt es in zwei Formen: als Tabletten und als Injektionen.


Sie werden vor allem eingesetzt, wenn eine natürliche Empfängnis angestrebt wird, bei PCOS-Patientinnen ohne Eisprung, in IUI-Zyklen oder bei der milden/minimalen Stimulation (Mild-/Mini-IVF). In Thailand sind zwei Präparate weit verbreitet:
Bindet an Östrogenrezeptoren im Hypothalamus und „täuscht“ das Gehirn, sodass es mehr FSH ausschüttet — das das Follikelwachstum antreibt.
Nachteil: Es blockiert auch das Östrogen an der Gebärmutterschleimhaut, sodass das Endometrium dünner als normal sein kann. Der Eisprung kann 25–50 % früher oder später als erwartet eintreten, und die Wirkung kann bis in den nächsten Zyklus anhalten.
Tabletten à 50 mg · 1–3 Tabletten/Tag × 5 Tage ab Zyklustag 3–5 · Marken: Ovinum, Ova-mit, DuinumBlockiert das Enzym Aromatase, das Testosteron in Östrogen umwandelt. Weniger Östrogen veranlasst das Gehirn, mehr FSH freizusetzen — was wiederum das Follikelwachstum antreibt. Ursprünglich ein Medikament gegen Brustkrebs; Studien stützen den Off-Label-Einsatz zur Stimulation.
Nachteil: dasselbe Risiko einer dünnen Gebärmutterschleimhaut wie bei Clomifen, meist jedoch schwächer ausgeprägt.
Tabletten à 2,5 mg · 1–3 Tabletten/Tag × 5 Tage · Marken: Femara, Letrovitae, Letrozole Alvogen







Bei IVF/ICSI, wo wir viele Follikel anstreben, ist injizierbares FSH das Arbeitspferd. Moderne Präparate lassen sich in drei Gruppen einteilen:
Hergestellt aus einer Zelllinie aus Ovarien des Chinesischen Hamsters. Fertigpen mit einstellbarer Dosis — die Dosis lässt sich hoch- oder herunterdrehen, nach der Abgabe aber nicht mehr zurückdrehen.
Fertigpens: 300 · 450 · 900 IE · IUI: 50–100 IE/Tag · IVF: 150–300 IE/Tag (bei Bedarf bis 450 IE)Derselbe Wirkstoff wie Gonal-F, als Einweg-Fertigspritzen — keine Dosisanpassung; Sie verwenden genau die Menge in der Spritze.
Fertigspritzen: 75 · 150 · 225 · 300 IEEbenfalls aus einer Zelllinie aus Ovarien des Chinesischen Hamsters. Erhältlich als Durchstechflaschen (50, 100 IE — selbst anzumischen) oder als Fertigpatronen (300, 600 IE), die den eigenen Puregon-Pen erfordern. Nur vorwärts drehen — nicht zurückdrehen.
Durchstechflaschen: 50 · 100 IE · Patronen: 300 · 600 IEHergestellt aus einer humanen fetalen Netzhaut-Zelllinie, daher ähnelt das Molekül stärker dem körpereigenen menschlichen FSH. Die Dosierung erfolgt in Mikrogramm, nicht in IE. Fertigpen mit einstellbarer Dosis.
Fertigpens: 12 · 36 · 72 μgAus dem Urin von Frauen nach der Menopause gereinigt. Enthält FSH sowie LH-Aktivität durch hCG — sinnvoll, wenn eine Patientin tatsächlich zusätzliches LH benötigt. Mehrdosis-Durchstechflaschen ermöglichen individuell verordnete Dosen.
Durchstechflaschen: 75 IE · Mehrdosis: 600 IE · 1200 IE · individuelle Dosen 37,5 – 300 IEEin weiteres hMG. In Thailand ist nur die Durchstechflasche mit 75 IE erhältlich (in manchen Ländern gibt es zusätzlich IVF-M HP 600 IE als Mehrdosis).
Durchstechflaschen: 75 IEEin modifiziertes FSH, an das das Endstück des hCG gekoppelt ist — eine Injektion wirkt 7 Tage, sodass in der ersten Woche keine täglichen Spritzen nötig sind.
Fertigspritze: 100 · 150 μgDas einzige Kombinationspräparat, das r-hFSH (Follitropin alfa) und r-hLH (Lutropin alfa) im selben Pen enthält — für Patientinnen, die tatsächlich zusätzliches LH benötigen.
Fertigpens: 300+150 · 450+225 · 900+450 IE
Wenn die Follikel wachsen, steigt das Östrogen, und das Gehirn möchte einen LH-Anstieg auslösen — der den Eisprung herbeiführen würde, bevor wir die Eizellen entnehmen können. Das verhindern wir mit einer von zwei Medikamentengruppen:
Blockiert die GnRH-Rezeptoren direkt, sodass kein LH-Anstieg ausgelöst werden kann. Fertigspritze — herausnehmen, injizieren, fertig.
Fertigspritze 250 μg (0,25 mg)Gleiche Wirkstoffklasse. Wird als Durchstechflasche + Lösungsmittel geliefert — vor der Injektion auflösen.
Durchstechflasche 250 μg (0,25 mg)Progesteron blockiert den LH-Anstieg genau wie bei der hormonellen Verhütung. Bei der PPOS setzen wir Gestagene ein, um einen vorzeitigen Eisprung zu verhindern. Häufig verwendet werden Provera, Duphaston, Utrogestan, Cerazette und Visanne (Dienogest).
Haben die Follikel die richtige Größe erreicht, müssen wir ein Signal geben, damit die Eizellen ausreifen und entnommen werden können. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:
Fertigspritze — rascher LH-Anstieg aus der körpereigenen Hirnanhangdrüse. Sinnvoll bei Patientinnen mit hohem OHSS-Risiko.
Fertigspritze 0,1 mgGleicher Agonist-Mechanismus, als Durchstechflasche zum Auflösen.
Durchstechflasche 0,1 mghCG bindet an denselben LH-Rezeptor und bleibt länger aktiv als körpereigenes LH — daher eine zuverlässige Methode, den Eisprung mit „einer einzigen Spritze“ auszulösen.
Fertigpen 250 μgAus Urin gereinigtes hCG. Durchstechflasche — Injektion in den Muskel. (Die ältere Marke Pregnyl wird in Thailand nicht mehr verkauft.)
Durchstechflasche 5000 IEBeim Kryotransfer (FET) verwenden wir in der Regel nur zwei Hormone: Östrogen in der ersten Zyklushälfte, um das Endometrium aufzubauen, und Progesteron in der zweiten Hälfte, um es aufnahmebereit zu machen.
Erhältlich als Tabletten, transdermale Gele/Pflaster und vaginale Präparate. Der Verabreichungsweg ist entscheidend: Orales Östrogen wird zunächst von der Leber gefiltert, sodass nur 10–20 % einer oralen Dosis die Gebärmutter erreichen (die übliche orale Dosis beträgt 4 mg pro Tag). Über die Haut (transdermal) sind es 70–80 %.
Orales Progesteron wird so stark verstoffwechselt, dass es Übelkeit und Schwindel verursachen kann; daher verwenden wir überwiegend vaginale Präparate und intramuskuläre Injektionen. Dydrogesteron (Duphaston) ist ein synthetisches Gestagen, das diese Nebenwirkungen vermeidet und eingenommen werden kann.
Werden manchmal vor einem Zyklus verordnet, um die Periode zu regulieren oder eine verbliebene Zyste zu unterdrücken. In Thailand häufig erhältliche Marken: Marvelon, Mercilon, Diane-35, Yasmin, Yaz, Belara, Natazia, Microgynon-30ED.
Bei Endometriose oder Schokoladenzysten — wird häufig vor einem IVF-Zyklus eingesetzt, um eine aktive Erkrankung zu beruhigen.
Dopaminagonist bei Hyperprolaktinämie. Ein hoher Prolaktinspiegel kann den Eisprung unterdrücken.
Für PCOS-Patientinnen mit Insulinresistenz — hilft, den Eisprung wiederherzustellen, und verbessert das Ansprechen auf die Stimulation.
500 · 850 mg · 1000 mg XRDieser Artikel beruht auf dem thailändischsprachigen Essay „ยาที่ใช้ในการรักษามีบุตรยาก IUI IVF ICSI มีอะไรบ้าง? แต่ละตัวทำงานอย่างไร?“ von Dr. Patsama Vichinsartvichai, MD, EFOG-EBCOG, EFRM-ESHRE/EBCOG, FACOG, MClinEmbryol. Angaben zu Marken und Dosierungen beziehen sich auf die zum Zeitpunkt der Erstellung in Thailand erhältlichen Präparate und können sich ändern; folgen Sie stets den Anweisungen Ihres verordnenden Arztes.
Schlagwörter: Gonadotropin · IVF · ICSI · GnRH · LH · FSH · Estradiol · Progesteron · GnRH-Agonist · GnRH-Antagonist · Dipherelin · Triptorelin · Ganirelix · Cetrorelix · Orgalutran · Cetrotide · Gonal-f · Puregon · Rekovelle · Follitrope · Menopur · IVF-M · IVF-C · Ovidrel
Dr. Patsama Vichinsartvichai, MD, MClinEmbryol, EFOG-EBCOG, EFRM-ESHRE/EBCOG, FACOG ist zertifizierter Facharzt für gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, ehemaliger Leiter der IVF-Abteilung des Vajira-Krankenhauses an der Navamindradhiraj-Universität und Gründer von LIFE by Dr. Pat in Bangkok. Seine veröffentlichten Forschungsarbeiten befassen sich mit der dysmorphen (T-förmigen) Gebärmutter und uterin bedingter Unfruchtbarkeit.
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